
Ein Jahr der Weichenstellungen liegt vor uns. Mit dieser Botschaft lud ich zum Neujahrsauftakt nach Gottmadingen ein. Vor vollem Haus im G2-Events begrüßte ich Bundesminister Thorsten Frei, um mit uns über die aktuelle politische Lage zu diskutieren.
Thorsten Frei analysierte in seiner Rede die gewaltigen Umbrüche unserer Zeit: Die Welt wird komplexer, geopolitische Verschiebungen nehmen zu. Das über Jahrzehnte erfolgreiche deutsche Geschäftsmodell – Rohstoffe veredeln und hochwertige Waren exportieren – steht zunehmend unter Druck. Gleichzeitig wachsen die sicherheitspolitischen Herausforderungen im Osten Europas, während sich die Vereinigten Staaten als militärische Schutzmacht zurückziehen. Europa muss deutlich mehr in die eigene Verteidigung investieren.
Die zentrale Aufgabe der Bundesregierung sieht Frei darin, die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Hier sei bereits einiges angestoßen worden: attraktive Abschreibungsmodelle für Investitionen, niedrigere Energiesteuern und weitere Entlastungen.
Doch Entlastungen allein reichen nicht. Der Staat müsse auch bei den Ausgaben ansetzen, betonte der Kanzleramtsminister. Die stark gestiegenen Sozialausgaben müssten auf den Prüfstand. Mit der neuen Grundsicherung, die das bisherige Bürgergeld ablöst, sollen wieder mehr Menschen in Beschäftigung gebracht werden. Auch im Gesundheitswesen müssten die Kosten gesenkt werden. Sonst drohe die 50-Prozent-Marke bei Steuern und Abgaben – mit der Folge, dass den Menschen immer weniger vom Verdienten bleibt und die Kaufkraft schwindet.

In einer alternden Gesellschaft komme man um eine unbequeme Wahrheit nicht herum: Wir werden alle mehr arbeiten müssen, um unseren Wohlstand zu sichern. Der Vergleich mit der benachbarten Schweiz mache dies deutlich – dort wird im Jahr deutlich mehr gearbeitet.
Und schließlich nannte Frei den Bürokratieabbau als zentrales Anliegen: Überregulierung fessele das Handeln, verursache enorme Kosten und schade der Wettbewerbsfähigkeit.
In der anschließenden Diskussion stand Thorsten Frei Rede und Antwort zu den drängenden Fragen unserer Zeit. Dabei ging es unter anderem um das Infrastrukturzukunftsgesetz, mit dem die bauliche Modernisierung Deutschlands beschleunigt werden soll, sowie um die Energiewende. Weitere Themen waren innere Sicherheit, die Migrationswende und Steuerpolitik.
Die rege Beteiligung des Publikums zeigte: Die Menschen wollen mitdiskutieren und Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit.
Es war ein sehr gelungener Auftakt in das Wahljahr 2026. Mein herzlicher Dank gilt Thorsten Frei für seinen Besuch und seine offenen Worte. Ebenso danke ich allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben – und natürlich allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Kommen und die konstruktiven Diskussionen.
Wie sagte Antoine de Saint-Exupéry:
„Die Zukunft soll man nicht voraussehen, sondern möglich machen.”
In diesem Sinne: Packen wir’s an!
Wenn Sie mich im Landtag sehen wollen, setzen Sie Ihre 1. Stimme bei Christoph Stetter!