Christoph
Stetter
MdL

Im Rahmen meiner Reihe „Perspektivwechsel“ wollte ich im Pflegeheim St. Hildegard in Gottmadingen selbst erleben, was Pflege im Alltag bedeutet. Nicht nur darüber sprechen, sondern zuhören, mithelfen und einen Einblick in die Arbeit der Menschen bekommen, die sich Tag für Tag um ältere und pflegebedürftige Menschen kümmern. Denn wie wir mit Menschen umgehen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sagt viel über uns und unsere Gesellschaft aus.
Von der ersten Minute an wurde mir eines klar: Die Arbeit in der Pflege ist weit mehr als ein Beruf. Sie ist vielmehr Berufung. Pflege bedeutet Verantwortung, Aufmerksamkeit und Nähe.
Dabei geht es nie nur um einzelne Tätigkeiten oder Abläufe. Es geht um Menschen. Um ihre persönlichen Bedürfnisse. Um ihre Sorgen und Ängste. Um ihre Würde. Und auch um ihre Lebensgeschichten. Gerade wenn man selbst für einige Stunden Teil dieses Alltags wird, verändert sich der Blick. Vieles, worüber wir in der Politik sprechen, bekommt plötzlich ein Gesicht.
Eine Aussage ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Auf die Frage, wie sich die Arbeitszeit zwischen der eigentlichen Arbeit mit den Menschen und der notwendigen Dokumentation verteilt, war die Antwort deutlich: 30 Prozent Mensch. 70 Prozent Papier.
Diese Aussage hat mich nachdenklich gemacht. Natürlich sind diese Zahlen keine allgemeine Statistik und nicht repräsentativ für die gesamte Pflege. Sie geben jedoch eine Einschätzung wieder und beschreiben ein Gefühl, das auch für mich an diesem Tag sehr greifbar wurde: Zeit ist in der Pflege eine besonders wertvolle Ressource.
Die meisten Menschen entscheiden sich für einen Pflegeberuf, weil sie mit Menschen arbeiten möchten. Weil sie helfen wollen. Weil sie Verantwortung für andere übernehmen. Wenn ein großer Teil des Arbeitsalltags von Dokumentation, Organisation und administrativen Aufgaben bestimmt wird, müssen wir uns deshalb die Frage stellen, ob das Verhältnis noch stimmt.
Dokumentation ist wichtig, sie darf aber nicht zum Selbstzweck werden.
Natürlich braucht professionelle Pflege Dokumentation. Sie schafft Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit. Sie ist wichtig für Abläufe und für die Zusammenarbeit derjenigen, die Verantwortung für einen pflegebedürftigen Menschen tragen. Es wäre deshalb falsch, Dokumentation grundsätzlich infrage zu stellen.
Die Frage muss vielmehr lauten: Wie können wir notwendige Berichte und organisatorische Prozesse so gestalten, dass sie die Beschäftigten unterstützen und möglichst wenig Zeit von ihrer eigentlichen Aufgabe nehmen?
Denn jede Minute kann nur einmal eingesetzt werden. Und gerade in der Pflege sollte möglichst viel Zeit dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht wird: bei den Menschen.
Politik muss Entscheidungen treffen. Aber bevor wir entscheiden, sollten wir möglichst genau wissen, wie sich diese Entscheidungen im Alltag auswirken. Was brauchen Pflegeeinrichtungen tatsächlich? Wo liegen die größten Belastungen? Welche Vorgaben sind sinnvoll? Und welche Prozesse könnten einfacher werden? Solche Gespräche sind für mich ein wichtiger Teil politischer Arbeit.
Ein Vormittag im Pflegeheim macht mich natürlich nicht zu einem Pflegeexperten. Er kann auch nicht die Erfahrungen derjenigen ersetzen, die diesen Beruf seit vielen Jahren ausüben. Aber er hilft dabei, besser zuzuhören. Und er hilft, die richtigen Fragen zu stellen. Genau darum geht es mir.
Politik sollte nicht den Anspruch haben, den Menschen vor Ort ihren Alltag zu erklären. Wir sollten vielmehr diejenigen ernst nehmen, die täglich Verantwortung tragen und aus ihrer praktischen Erfahrung wissen, wo etwas gut funktioniert und wo Veränderungen notwendig sind. Das gilt für die Pflege genauso wie für viele andere Bereiche.
Was nehme ich also aus meinem Tag im Pflegeheim St. Hildegard mit? Vor allem großen Respekt vor den Menschen, die in der Pflege arbeiten. Ihre Arbeit verlangt Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein, Geduld und Menschlichkeit. Sie begleiten Menschen in Lebenssituationen, in denen Vertrauen und persönliche Zuwendung besonders wichtig sind. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Danke für diese Erfahrung. Und von Herzen: Danke für Ihre Arbeit.




Im Rahmen meiner Reihe „Perspektivwechsel“ wollte ich im Pflegeheim St. Hildegard in Gottmadingen selbst erleben, was Pflege im Alltag bedeutet. Nicht nur darüber sprechen, sondern zuhören, mithelfen und einen Einblick in die Arbeit der Menschen bekommen, die sich Tag für Tag um ältere und pflegebedürftige Menschen kümmern. Denn wie wir mit Menschen umgehen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sagt viel über uns und unsere Gesellschaft aus.
Von der ersten Minute an wurde mir eines klar: Die Arbeit in der Pflege ist weit mehr als ein Beruf. Sie ist vielmehr Berufung. Pflege bedeutet Verantwortung, Aufmerksamkeit und Nähe.
Dabei geht es nie nur um einzelne Tätigkeiten oder Abläufe. Es geht um Menschen. Um ihre persönlichen Bedürfnisse. Um ihre Sorgen und Ängste. Um ihre Würde. Und auch um ihre Lebensgeschichten. Gerade wenn man selbst für einige Stunden Teil dieses Alltags wird, verändert sich der Blick. Vieles, worüber wir in der Politik sprechen, bekommt plötzlich ein Gesicht.
Eine Aussage ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Auf die Frage, wie sich die Arbeitszeit zwischen der eigentlichen Arbeit mit den Menschen und der notwendigen Dokumentation verteilt, war die Antwort deutlich: 30 Prozent Mensch. 70 Prozent Papier.
Diese Aussage hat mich nachdenklich gemacht. Natürlich sind diese Zahlen keine allgemeine Statistik und nicht repräsentativ für die gesamte Pflege. Sie geben jedoch eine Einschätzung wieder und beschreiben ein Gefühl, das auch für mich an diesem Tag sehr greifbar wurde: Zeit ist in der Pflege eine besonders wertvolle Ressource.
Die meisten Menschen entscheiden sich für einen Pflegeberuf, weil sie mit Menschen arbeiten möchten. Weil sie helfen wollen. Weil sie Verantwortung für andere übernehmen. Wenn ein großer Teil des Arbeitsalltags von Dokumentation, Organisation und administrativen Aufgaben bestimmt wird, müssen wir uns deshalb die Frage stellen, ob das Verhältnis noch stimmt.
Dokumentation ist wichtig, sie darf aber nicht zum Selbstzweck werden.
Natürlich braucht professionelle Pflege Dokumentation. Sie schafft Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit. Sie ist wichtig für Abläufe und für die Zusammenarbeit derjenigen, die Verantwortung für einen pflegebedürftigen Menschen tragen. Es wäre deshalb falsch, Dokumentation grundsätzlich infrage zu stellen.
Die Frage muss vielmehr lauten: Wie können wir notwendige Berichte und organisatorische Prozesse so gestalten, dass sie die Beschäftigten unterstützen und möglichst wenig Zeit von ihrer eigentlichen Aufgabe nehmen?
Denn jede Minute kann nur einmal eingesetzt werden. Und gerade in der Pflege sollte möglichst viel Zeit dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht wird: bei den Menschen.
Politik muss Entscheidungen treffen. Aber bevor wir entscheiden, sollten wir möglichst genau wissen, wie sich diese Entscheidungen im Alltag auswirken. Was brauchen Pflegeeinrichtungen tatsächlich? Wo liegen die größten Belastungen? Welche Vorgaben sind sinnvoll? Und welche Prozesse könnten einfacher werden? Solche Gespräche sind für mich ein wichtiger Teil politischer Arbeit.
Ein Vormittag im Pflegeheim macht mich natürlich nicht zu einem Pflegeexperten. Er kann auch nicht die Erfahrungen derjenigen ersetzen, die diesen Beruf seit vielen Jahren ausüben. Aber er hilft dabei, besser zuzuhören. Und er hilft, die richtigen Fragen zu stellen. Genau darum geht es mir.
Politik sollte nicht den Anspruch haben, den Menschen vor Ort ihren Alltag zu erklären. Wir sollten vielmehr diejenigen ernst nehmen, die täglich Verantwortung tragen und aus ihrer praktischen Erfahrung wissen, wo etwas gut funktioniert und wo Veränderungen notwendig sind. Das gilt für die Pflege genauso wie für viele andere Bereiche.
Was nehme ich also aus meinem Tag im Pflegeheim St. Hildegard mit? Vor allem großen Respekt vor den Menschen, die in der Pflege arbeiten. Ihre Arbeit verlangt Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein, Geduld und Menschlichkeit. Sie begleiten Menschen in Lebenssituationen, in denen Vertrauen und persönliche Zuwendung besonders wichtig sind. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Danke für diese Erfahrung. Und von Herzen: Danke für Ihre Arbeit.



Am 15. September um 19.00 Uhr lädt die CDU-Landtagsfraktion zum Bürgerfest „Mittendrin“ ins Europa-Park Stadion Freiburg ein.
Persönliche Begegnungen und das direkte Gespräch sind für gute Politik unverzichtbar. Deshalb freue ich mich auf viele Bürgerinnen und Bürger aus unserer Region, auf Ihre Fragen, Anregungen und gute Gespräche.
Seien Sie dabei – ich freue mich auf Sie!
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